Tanzen im TSC-Fulda e.V.
Tanzen im TSC-Fulda e.V.

Herzlich willkommen!

Interview mit der angehenden Trainerin des Tanzsportclub Fulda

Helena Schmitt hat ihre letzte Prüfung bestanden 
Helena Schmitt ist 22 Jahre alt und seit über 10 Jahren Mitglied im Tanzsportclub Fulda. Letztes Jahr hat sie zwei Trainerscheine für Breitensport und Leistungssport Latein angefangen. Wir haben uns mit ihr getroffen und in einem Interview Antworten auf einige interessante Fragen bekommen.
 
Frau Schmitt, wieso wollten Sie Trainerin werden? 
Ich tanze schon mein halbes Leben lang. Mit 12 Jahren bin ich durch meine große Schwester in den Tanzsportclub Fulda eingetreten. Sie war bereits dort. Durch sie habe ich mich in den Tanzsport verliebt. Meine ersten Schritte habe ich sogar bereits im Alter von vier Jahren gemacht also quasi direkt nachdem ich Laufen konnte. Meine großnen Schwestern haben mich oft mit in die Tanzschule mitgenommen und wir haben zusammen im Wohnzimmer geübt. Vor zwei Jahren konnte ich endlich mit dem Turniersport anfangen. Mittlerweile tanze ich in der B-Klasse. Seit vier Jahren bin ich Assistenztrainerin. Unser Club braucht früher oder später neue Trainer. Alle Voraussetzungen waren da. Dann habe ich mich informiert und den passenden Lehrgang gefunden.
Wo hat alles angefangen?
Durch die Trainerscheine bin ich sehr viel herumgereist. Angefangen hat alles im Januar 2017 in Düsseldorf mit dem Deutschen Tanzsportabzeichen (DTSA). Das ist ähnlich wie ein Turnier. Wir mussten vor ein paar Prüfern eine gewisse Anzahl von Tänzen durchtanzen. Je nachdem, ob man einen Trainerschein für Breitensport/Leistungssport macht und welche Disziplin man wählt also Latein/Standard. Am Wichtigsten ist es eine bestimmte Anzahl von Figuren zu tanzen. Je nachdem, ob man Bronze, Silber oder Gold erreichen möchte und das man im Takt tanzen kann. Nachher haben wir dann die Rückmeldung bekommen, ob unser Können für den jeweiligen Trainerschein ausreicht. Ich wollte zuerst nur Breitensport machen und habe mich dann spontan noch zusätzlich für Leistungssport Latein entschieden. 
Wie sah so ein Lehrgangstag/Lehrgangswochenende aus? 
Insgesamt gab es vier Lehrgangswochenenden. Im Mai war das erste. Dann gab es eins im Juni, Juli und dann nochmal eins im September. Ich bin bereits Freitagsabends angereist. Die Lehrgangstage gingen von ca. 10:00-17:00. Wir sind jeden Tag einen lateinamerikanischen Tanz durchgegangen. Dazu gehören Samba, Cha-cha-cha, Ruma, Paso Doble und der Jive. Wir haben alle wichtigen Figuren besprochen, haben zu zweit getanzt mit Partnerwechsel, sodass jeder einmal Dame und einmal Herr war. Wir haben uns sehr intensiv mit der Technik beschäftigt. Zum Ende des Tages haben wir dann unsere Folge bekommen, die wir auch für die Prüfung können mussten. Sowohl als Dame als auch als Herr. Gerade die Wochenenden im Sommer waren sehr anstrengend. Ich war zum Ende hin immer so fertig, dass ich kaum noch tanzen konnte. Außerdem ist da noch das Überfachliche. Das sind nochmal drei extra Wochenenden an denen man teilnehmen muss um überhaupt Trainer werden zu können. Hierbei sprechen Referenten über Themen wie beispielsweise Anatomie, Sportpsychologie, Trainingslehre, Koordination, Antidoping, Gender Mainstreaming, Diversity Management, Ehrenkodex, Rechtsgrundlagen und sexualisierte Gewalt. 
 
Hatten Sie Tiefpunkte während dieser Zeit? 
Da gab es einige. Ich habe mich oft überfordert und weit entfernt vom Ziel geführt. Wenn man so einen Trainerschein anfängt wird man total verunsichert. Man glaubt teilweise, dass jeder Schritt wie man ihn ansetzt und ausführt falsch ist. Natürlich habe ich in den zehn Jahren, die ich nun schon tanze sehr viel gelernt. Die Trainer versuchen auf alles zu achten aber es lässt sich nur schwer verhindern, dass sich Fehler im Ablauf einschleichen. Trainer sind natürlich da und korrigieren aber sie sind eben auch nur Menschen. So hatte ich teilweise das Gefühl über die Jahre viel falsche Technik gelernt zu haben. Vieles sah so anders aus, hat sich falsch angefühlt. Ich habe mich teilweise echt schlecht gefühlt. Das einzig Positive daran war als ich dann gehört habe, dass das normal wäre und es den Anderen in meinem Lehrgang oftmals ähnlich erging. Ich bin dann nach Frankfurt zu unserer Kadertrainerin Daniela Orasanin gefahren und habe Privatstunden bei ihr genommen. Sie hat mich dann zurück auf den Boden geholt und Ordnung in das Chaos gebracht. Wir sind zusammen meine Folgen durchgegangen und sie hat mir gesagt an welchen Stellen/bei welchen Figuren ich etwas verändern muss. Das hat mir sehr geholfen. Nach den tänzerischen Prüfungen war diese Unsicherheit dann zum Glück wieder weg. 
 
Wo Sie gerade von Prüfungen sprechen Helena, wie sieht so eine Prüfung aus? 
Insgesamt musste ich neun Prüfungen absolvieren. Die ersten waren im September in Dortmund. Dabei musste ich vortanzen. Rumba und Samba als Dame und Cha-cha-cha als Herr. Wir wurden von Prüfern begutachtet, ob wir die richtigen Drehgerade und Raumrichtungen einhalten und die richtige Technik anwenden. Außerdem wurde ich drei Mal zehn Minuten lang in einem Tanz, das waren bei mir Samba, Rumba und Jive „ausgefragt“, d.h. ich muss z.B. eine Figur korrekt vortanzen und dann fragen die Prüfer nach technischen Elementen wie der Fußarbeit oder nach bestimmten Positionen, die es beim Tanzen gibt. Außerdem fragen sie in welcher Taktart der Tanz getanzt wird und woher er kommt. Wenn man es nicht sauber vormacht oder falsch, muss man es nochmal vor machen und man muss Aktionen benennen oder Schritte sowie Drehgerade. Ein Satz der sehr oft gefallen ist: „Es gibt keine stummen Trainer“. Das kann einen ganz schön verunsichern. Zum Glück war ich nachdem die ersten zehn Minuten vorbei waren schon etwas entspannter. Die Prüfer waren auch ok. Da hatte ich teilweise auch schon Pech. Bei Samba musste ich z.B. fast alles zwei Mal vortanzen und kam auch beinahe durcheinander aber die Prüferin hat gemerkt, dass ich gelernt habe und wir haben oft gesagt bekommen, wenn die Prüfer merken, dass man gelernt hat, lassen sie einen weniger durchfallen. Es gibt nämlich wirklich Tänzer sogar S-Klasse, das ist die höchste Startklasse in der man tanzen kann, die das Ganze etwas zu leicht nehmen, zu wenig lernen und dann durchfallen. Natürlich muss man nicht unbedingt S-Klasse tanzen. Es kann jeder durchfallen, der nicht (genug) für diese Prüfungen lernt. Die nächsten Prüfungen haben dann zwei Monate später wieder in Dortmund stattgefunden. Diesmal wurde das Überfachliche abgefragt. Hierzu gab es drei verschiedene Fragebögen im Multiple Choice Stil. Das war auch nicht so ohne. Dafür hatten wir 1 ½ Stunden Zeit. 
Wie haben Sie sich darauf vorbereitet? 
Genauso unterschiedlich wie die Prüfungen waren, war auch meine Vorbereitung. Wie in der Schule haben wir auch mit einem Buch gelernt: „The Laird Technique of Latin Dancing“ von Walter Laird. In diesem Buch ist alles ganz genau festgelegt. Im vorderen Teil stehen ein paar allgemeine Fakten, übers Tanzen, die verschiedenen Tänze, Positionen und mehr. Dann gibt es einzelne Kapitel für die jeweiligen Tänze und auf jeder Seite steht eine Figur. Es gibt fünf verschiedene Spalten. In einer Spalte stehen die Anzahl der Schritte, in der nächsten das Timing, dann gibt es eine für die Taktschläge, Fußpositionen, die Aktionen und Drehgerade. Unter der Tabelle stehen dann eventuell noch ein paar Besonderheiten z.B. wenn eine Drehung auf dem vorherigen Taktschlag ausgeführt werden muss. Das wird mit einem Kreuz gekennzeichnet. Die Führung, die für den Herrn beim Tanzen besonders wichtig ist und welche Figuren man davor und welche man nach dieser Figur tanzen kann. Auf diese Art und Weise werden dann Figuren aneinander geknüpft und es entsteht eine Choreographie. Dieses Buch muss man erstmal „lesen“ lernen. Es war etwas völlig anderes. Alles ist so klar definiert. Man denkt sehr viel nach. Erstmal genau das Gegenteil von dem was mir mein Trainer einmal beigebracht hat. Die Rollen sind beim Tanzen klar verteilt. Der Herr führt, die Dame lässt sich führen. Sobald man als Dame anfängt nach zu denken geht es schief. Man kann als Dame keine Ahnung haben. Wenn der Herr weiß, was er möchte und die Dame nicht um jeden Preis etwas anderes tanzen möchte und sich darauf einlässt, kann man auch Schritte tanzen, die man zuvor noch nie getanzt hat ohne das Außenstehende etwas merken. Mittlerweile befolge ich das wieder. Dennoch habe ich das andere Wissen fest in meinem Kopf verankert. Für die tänzerischen Prüfungen habe ich mich immer wieder, drei Wochen vor den Prüfungen dann regelmäßig ab 22:00 allein in unsere Halle gestellt und die Folgen geübt. Wie ich das sonst mache wenn ich neue Folgen für eine höhere Klasse einübe habe ich die Musik auf -12,5 gestellt und dann nach und nach immer ein bisschen die Geschwindigkeit erhöht bis ich die Folgen auf Originalgeschwindigkeit tanzen konnte. Rumba war am Anfang sehr schwierig. Ich bin eh schon nicht die stabilste Dame und gerade die Rumba enthält sehr viele Drehungen bei denen man teilweise nur auf den Zehen tanzt. Im Buch steht da dann z.B ein. T, was die Abkürzung für Toe ist. Es ist eine englische Ausgabe. Am Anfang konnte ich mich da alleine kaum halten. Mit den Korrekturen von unserer Kadertrainerin hat es dann immer besser geklappt. Nicht jede Drehung ist sauber aber mittlerweile es klappt auf jeden Fall besser als vorher. Jive war auch schwierig, weil es der schnellste Tanz der lateinamerikanischen Tänze ist. Ich habe getanzt, in den Spiegel geschaut und fand einfach nur, dass es furchtbar aussieht. Gerade wenn ich die Herrenschritte getanzt habe. Zum Schluss ging es dann. Bei den Prüfungen musste ich dann zum Glück keinen Jive tanzen. Für die Überfachliche Prüfung haben wir die Präsentationen unserer Referenten bekommen bzw. Flyer. Allein da habe ich jetzt 3 komplett volle Ordner in meinem Zimmer. Für die Prüfungen mussten wir zum Glück nur etwa einen halben Ordner können. Gerade Anatomie war für mich nicht leicht, da ich damit noch keine großen Berührungspunkte hatte. Ich bin die „Folien“ einfach immer wieder durchgegangen teilweise auch noch nach einem Lehrgangstag mit anderen Teilnehmern.
Wie war ihre letzte Prüfung?
Die letzte Prüfung ist nochmal ganz anders als die Anderen. Bei der sogenannten Lehrprobe musste ich 15 min lang zeigen, dass ich unterrichten kann. Hier kommt mir zugute, dass ich vertretungsweise in Schulen unterrichte bzw. seit vier Jahren Assistenztrainerin bin. Es ist etwas völlig anderes, ob ich nur assistierend tätig bin, Schritte vormache und bei Kleinigkeiten helfe oder wirklich alleine Unterricht halte. Zumindest bin ich es dadurch aber gewöhnt vor Leuten zu stehen und zu sprechen, wenngleich ich vor den Übungslehrproben trotzdem immer sehr aufgeregt war. Ich bin in alle möglichen Städte gefahren und habe in Breitensport bzw. D/C -Klasse Trainings Lehrproben gehalten. Wichtig ist dabei wie man vor einer Gruppe auftritt, dass man die Figur korrekt vortanzt, im Takt ohne und mit Musik tanzen kann und dass man die Paare verbessert. Die Prüfer haben da einen Bewertungsbogen wo diese Kriterien draufstehen. Man weiß nicht welche Paare man bekommt. Da manche „nur“ Breitensportprüfungen andere aber Leistungssportprüfungen abgelegt haben, musste man sich da auf alles gefasst machen. Das Leitungsniveau zwischen beiden Gruppen kann sehr groß sein. Die Lehrprobe ist meiner Meinung nach definitiv die Anspruchsvollste von allen Prüfungen. Es gibt sehr viele, die sie nicht auf Anhieb bestehen. Ich hatte sehr großes Glück. In meiner Prüfung waren es nur vier Paare. Das ist überschaubar. Zum Glück haben alle gut mitgemacht und konnten das was ich ihnen gesagt habe schnell umzusetzen. Ihre Fehler sind mir aufgefallen und ich konnte sie in der vorgegebenen Zeit korrigieren. Das hat bei den Übungslehrproben oftmals nicht so gut geklappt. Ich musste eine ganze Stunde Unterricht in Schriftform ausarbeiten. Als mir die Prüferin sagte, dass ich bestanden habe war ich unendlich glücklich. Eine große Last, die ich die Wochen zuvor hatte, ist mit einem Mal von mir abgefallen. Zuerst habe ich geschrien, dann bin ich hochgesprungen. Ein paar Freudentränen gab es auch. Also die komplette Emotionspalette. Danach habe ich das Ganze auf Facebook gepostet, da es sehr viele gab, die mit mir mitgefiebert haben. 
Frau Schmitt, Sie haben oben schon einmal erzählt, dass Sie viel herumgereist sind und haben bereits Düsseldorf und Dortmund erwähnt. Waren Sie noch in weiteren Städten unterwegs? 
Ja also in Düsseldorf ging es wie gesagt los. Da hat auch das Modul Latein für den Breitensporttrainerschein stattgefunden. Die Lehrgangswochenenden für Leistungssport Latein waren dann in Porz. Das liegt bei Köln. Die Wochenenden für den überfachlichen Teil waren dann in Dortmund genauso wie bereits ein einzelner Tag, wo es nur um Musik ging. Die Prüfungen haben auch alle dort stattgefunden bis auf die letzte. Die war in Leverkusen. Für Salsa bin ich auch seit August zertifiziert. Das ist mein zweiten Modul für den Breitensporttrainerschein und das hat wiederrum in Braunschweig stattgefunden. Dann war ich auch noch zwecks Turnieren unterwegs. Man sieht also ich bin wirklich viel herumgekommen im letzten Jahr.
Sie sprechen immer wieder von Breitensport und Leistungssport. Wo liegt da der genaue Unterschied? 
Mit Breitensport bezeichnet man hauptsächlich die, die 1-2x die Woche aus Spaß zum Tanzen gehen und (erstmal) nicht den Turniertanzsport anstreben. Mit Leistungssport sind dann die richtigen Sportler gemeint oder diejenigen Breitensportler, die so ein gutes Niveau haben, dass sie in der D-Klasse Latein oder Standard starten möchten. Je nachdem ob man in der D/C/B/A oder S-Klasse ist, trainiert man zwischen 3-5x die Woche oder mehr. Das ist dann schon etwas deutlich anderes als Breitensport. Was die Lehrgänge betrifft ist es so, dass man sich, wenn man Trainer für Breitensport werden möchte drei verschiedene Module aussucht. Meine ersten beiden sind Latein und Salsa. Am liebsten hätte ich als drittes Modul Discofox belegt aber das wird dieses Jahr leider bis jetzt nicht angeboten. Ich habe noch die Wahl zwischen Kindertanz, Tango Argentino, Standard und Schulsport. Wahrscheinlich werde ich mich für letzteres entscheiden. Da gibt es dann jeweils für ein Modul zwei Wochenenden inklusive dem Überfachlichen. Bei Leistungssport sind es vier Wochenenden. Für Breitensport muss man eine geringere Anzahl an Figuren können. Dadurch ist die Prüfungsfolge kürzer, die man dann wie bei Leistungssport am Ende auch vortanzen muss. Allerdings nur einen Tanz. Bei Leistungssport sind es drei. Ausgefragt wird man auch allerdings insgesamt nur 15 min statt 30. Davon 5 Minuten in jedem Tanz, der bei Breitensport behandelt wird. Das sind Rumba, Cha-cha-cha und Jive. Bei Leistungssport kommt dann noch Samba und Paso-Doble dazu. In letzterem wurden wurde ich allerdings nicht geprüft. Bei Salsa musste ich lediglich mit einem Partner auf Musik im New York und Cuban Style vortanzen.  Jeweils als Dame und Herr auf ein Lied. In der Mitte wurden die Rollen getauscht. Meine Breitensportprüfung Latein war schrecklich dennoch habe ich zum Glück bestanden. 
In einer Antwort weiter oben sprechen Sie ebenfalls die Bezeichnungen Tanzlehrer(in)/Trainer(in) an. Wo liegen die da Unterschiede und warum haben Sie sich für Zweiteres entschieden? 
Wenn man sich wie ich dazu entschließt einen Trainerschein zu machen hat man einen überschaubaren, zeitlichen Rahmen von ca. einem Jahr. Wenn man Tanzlehrer werden möchte ist das in der Regel eine längerfristige Ausbildung, die ca. 3 Jahre dauert. Trainer sind in der Regel eher in Clubs tätig. Tanzlehrer in Tanzschulen. Wenngleich das nicht so sein muss. Es gibt auch Trainer, die in Tanzschulen unterrichten und umgekehrt. Ich wollte meine Tätigkeit in der Schule von der ich ja weiter oben schonmal erzähle allerdings ungerne aufgeben genauso wenig meine Schüler, die ich nachmittags unterrichte. Da hat das so alles gepasst. Unter der Woche hatte ich wenn ich nicht gerade in der Schule war Zeit die Unterrichtsinhalte vom Wochenende zu wiederholen und zu lernen. Für eine Tanzlehrerausbildung braucht man auch erstmal eine Tanzschule, die einen ausbildet. Ich hatte mich da mal bei einer beworben, einige Zeit später hatte ich dann aber gesundheitliche Probleme mit meinem Fuß und habe das alles erst einmal auf Eis gelegt. Meine Trainer fanden, dass der Trainerschein für Leistungssport Latein eine gute Sache wäre. Dann habe ich das Angebot entdeckt und mich angemeldet. 
Was war das Schönste für Sie während der gesamten Zeit? 
Das waren definitiv die Momente nach den einzelnen Prüfungen als verkündet wurde, dass ich bestanden habe. Ich selbst bin überhaupt kein Prüfungsmensch, eine absolute Perfektionistin und damit oft nicht mit mir zufrieden. Alle waren immer der Meinung, dass ich das schaffe aber ich war mir da oft nicht so sicher. Somit war der allerbeste Moment als ich dann das endgültige Zertifikat in meinen Händen gehalten habe. Schön war außerdem, dass sich mein Üben ausgezahlt hat. Wir hatten einen sehr strengen aber guten Ausbilder. Als wir uns dann das Letzte mal vor den Prüfungen  gesehen haben, hat er gesagt: „Man sieht genau wer etwas gemacht hat“. Ich hatte nur eine vage Vermutung, dass ich unteranderem gemeint sein könnte. In einer Pause kam er dann nochmal alleine auf mich zu und hat mich gefragt mit wem ich trainiert habe und das man es sehen würde. Wenn so etwas von einem Trainer wie ihm kommt kann man sich wirklich etwas darauf einbilden. Man bekommt von Trainern in der Regel mehr Kritik als Lob. Unsere Lehrwartin hat auch gesagt, dass im Vergleich zum letzten Mal wo sie mich tanzen gesehen hat eine große Steigerung sichtbar ist. Das hat mich sehr gepuscht. Am Anfang habe ich zu den Schwächsten gehört. Zum Schluss war ich bei den Besten. Außerdem habe ich viele tolle Menschen kennengelernt und das Tanzen nochmal aus einer ganzen anderen „Sicht“ kennen gelernt auch aus den Gesprächen beim gemeinsamen Mittagessen.
Würden Sie das Ganze wieder machen? 
Ehrlich gesagt nein. Zumindest ist das meine jetzige Meinung. Es war wirklich hart. Es gab zwar ein paar Personen mit denen ich mich austauschen konnte, die das Ganze schon hinter sich hatten aber ich finde ein wirkliches Bild von dem was verlangt wird und vom Rest bekommt man erst wenn man mindestens mal ein Lehrgangswochenende dabei ist. Mit der Zeit habe ich mich dann daran gewöhnt aber gerade im Sommer ging es dann nochmal richtig zur Sache. Sehr oft habe ich mich meinem Ziel weiter entfernt gefühlt als sonst etwas und gesagt, dass ich das nie schaffe. Mein Vorteil aber manchmal auch Nachteil ist, dass ich sehr ehrgeizig bin und nach Misserfolgen schnell wieder aufstehe. Das war früher nicht so. Wäre mir das nicht gelungen wäre ich mit großer Wahrscheinlichkeit nicht so weit gekommen. Mit jeder Prüfung dachte ich dann die nächste klappt auch irgendwie. Durch meinen Ehrgeiz übe ich so lange bis ich es kann. Durch meinen Perfektionswahn stehe ich mir leider oft selbst im Weg. Wenn ich nur etwas entspannter sein könnte, würde mir das schon sehr helfen. Leider bin ich was das betrifft komplett anders als meine drei Schwestern. Ich kann von Glück sprechen, dass mich meine Familie immer wieder so unterstützt und hinter mir steht. Dadurch ist es definitiv leichter meine Ziele zu erreichen. Bei meiner letzten Prüfung kommt halt noch erschwerend hinzu, dass sich im privaten noch einige Dinge gehäuft haben. Ich habe versucht den Fokus nicht zu verlieren und bin wie oben schon einmal beschrieben aufgestanden, habe mein Krönchen gerichtet und weiter ging es… Jetzt möchte ich mich erstmal wieder meinem eigenen Tanzen widmen. Bevor ich Trainer B werde brauche ich erstmal dringend 2 Jahre Unterrichtserfahrung und muss eine Klasse aufsteigen. 
Wie geht es jetzt für Sie nach ihrem Trainerschein weiter Frau Schmitt? 
Mein Trainerschein zum Breitensporttrainer ist ja noch nicht ganz abgeschlossen. Da mache ich mir jetzt wo ich Trainer C Leistungssport Latein bin aber auch weniger Gedanken, da ich weiß, dass nicht so viel verlangt wird. Mein erstes alleiniges Projekt ist ein Tanzkurs an der Hochschule Fulda für Anfänger und leicht Fortgeschrittene, der Mitte April anfangen wird.  Des Weiteren hat unser Tanzsportclub Kooperationen mit dem Domgymnasium und der Freiher-vom-Stein-Schule Fulda. Vor längerer Zeit haben an beiden Schulen einmal Tanz-AG´s stattgefunden. Mit dem Domgymnasium ist das schon so gut wie fest. An der Freiher-vom-Stein-Schule werde ich wahrscheinlich bei den nächsten Projekttagen mitwirken und mit den Schülern etwas für das Schulfest einstudieren. Den diesjährigen Abiturjahrgang der Winfriedschule werde ich vermutlich für ihren Abiturball vorbereiten. Eventuell kommt das auch noch mit anderen Schulen zustande. Etwas weiter oben habe ich ja erzählt, dass ich vertretungsweise an ein paar Schulen unterrichte. Ich habe den Konrektoren von meinen Trainerscheinen erzählt. Jetzt wo ich Trainerin bin, kann ich auch im Fach Sport tätig werden. Ich bin schon sehr gespannt wie meine erste Sportstunde verlaufen wird. In unserem Club haben wir natürlich auch eine Turniergruppe und sämtliche Breitensportgruppen. Da wird sich in Zukunft bestimmt auch das ein oder andere tun. Ich möchte mich aber auch wieder mehr auf mein eigenes Tanzen konzentrieren. Dazu brauche ich aber erstmal einen neuen Tanzpartner für die B-Klasse. Mit meinem letzten Tanzpartner wurde mir das mit dem Trainerschein und dem Rest irgendwann einfach zu viel. Jetzt fehlt mir das regelmäßige Paartanzen aber schon wieder sehr. Ich bin froh, dass ich mittwochs unserem Trainer assistiere. Dadurch bleibe ich drin und zusätzlich kann ich viel von ihm lernen. Dadurch bin ich auch was Standard betrifft auf den Geschmack gekommen. 
Sie haben von ganz vielen verschiedenen Tanzarten gesprochen. Können Sie die alle tanzen? 
Um Gottes Willen nein. Das wäre glaube ich etwas viel wenngleich ich schon sagen kann, dass ich einiges ausprobiert habe. Latein tanze ich auf jeden Fall am längsten und intensivsten neben Salsa. Das wechselt sich immer wieder einmal ab. Am liebsten würde ich mehr Latein und Standard tanzen aber bei Salsa ist es definitiv einfacher einen Tanzpartner zu finden. Zum Lateintanzen gibt es außerhalb des Trainings nur wenige Möglichkeiten und wenn dann fehlt der Tanzpartner. Salsa kann man in Fulda z.B. regelmäßig montags und immer am ersten Samstag im Monat in der Mea-mea-lounge tanzen. Da sind auch nicht so viele Männer aber es reicht. In letzter Zeit bin ich oft mit meiner großen Schwester nach Frankfurt ins Connexion gefahren. Ich hatte ja in meiner ersten Antwort bereits erzählt, dass sie mich was das Tanzen betrifft sehr geprägt hat und natürlich schaut man als die jüngste von vier Mädchen, was die großen Schwestern machen. Das Connexion in Frankfurt ist sehr groß. Ich war bis jetzt vier Mal da und könnte noch viele weitere Male hinfahren und es würde dauern bis ich mit jedem Herren zumindest einmal getanzt habe. Durch Salsa habe ich dann auch Bachata kennen und irgendwann lieben gelernt. Kürzlich kam jetzt noch Kizomba dazu. Durch meinen Trainer tanze ich regelmäßig Standard. Das habe ich schon vor einigen Jahren angefangen dann aber wieder aus den Augen verloren, weil ich keinen Tanzpartner hatte. Meine Schwester ist dann als Herr eingesprungen. Wenn man jemanden zum Tanzen hat kann jeder Stil Spaß machen. Ich hoffe sehr, dass ich wieder einen Tanzpartner finde entweder für Turniere oder auch für Abendveranstaltungen wie Tanzpartys und Bälle mit dem ich Latein und Standard tanzen kann. Hauptsache tanzen. 

Kontakt:

 

Email: 

Info@TSC-Fulda.de

 

Empfehlen Sie diese Seite auf:

Druckversion Druckversion | Sitemap
© Tanzsportclub Fulda e.V | Impressum